Flexibilisierung der Workforce: Arbeitnehmerüberlassung vs. externer Dienstleister

Volatile Märkte, Fachkräftemangel und zunehmend projektbezogene Arbeit führen dazu, dass viele Arbeitgeber ihre Workforce kurzfristig flexibilisieren wollen – etwa, um temporäre Spitzen abzufedern, ohne ein langfristiges Commitment einzugehen. In der Praxis stehen dabei zwei Modelle im Fokus: Der Einsatz von Leiharbeitnehmern im Wege der Arbeitnehmerüberlassung (1.) und die Beauftragung externer Dienstleister (2.). Beide Modelle können rechtssicher und praxisnah funktionieren – bergen aber jeweils eigene Risiken…

Kehrtwende der Bundesagentur für Arbeit: Doch keine Erlaubnispflicht für „Employer-of-Record“-Modelle

Die Bundesagentur für Arbeit hat mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2025 ihre fachlichen Weisungen zum Arbeitnehmerüberlassungsgesetz angepasst und die erst im Oktober 2024 vorgenommene Erweiterung des Anwendungsbereichs wieder zurückgenommen. Die Beschäftigung von Fachkräften aus dem Ausland, die ausschließlich „remote“ für ein deutsches Unternehmen tätig sind, soll nun doch keiner Erlaubnispflicht nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz unterliegen. Damit bietet das „Employer-of-Record“-Modell Unternehmen in Deutschland wieder deutlich mehr Flexibilität….

Nachvertragliche Wettbewerbsverbote in der Leiharbeit (Teil 2)

Die wachsende Beliebtheit der Leiharbeit auch bei hochspezialisierten Fachkräften zieht die Frage nach sich, wie der Entleiher den Einsatz des bei ihm vom Leiharbeitnehmer erworbenen Know-hows bei seinen Konkurrenten verhindern kann. Nachdem wir im ersten Teil unserer Blog-Reihe zum nachvertraglichen Wettbewerbsverbot in der Leiharbeit bereits auf mögliche Vereinbarungen zwischen Verleiher und Leiharbeitnehmer sowie Entleiher und Verleiher mit den daraus resultierenden Problemen in Recht und Praxis…

Arbeitsrecht im Jahr 2024: Die Top 5

Rechtzeitig zu den Silvester-Vorbereitungen lesen Sie hier unseren Jahresrückblick auf eine kleine Auswahl an beachtenswerten und für das Arbeitsrecht relevanten Urteilen. Besonders bewegt haben uns im Jahr 2024: Schadensersatzforderungen nach DSGVO-Auskunftsverlangen, Zielvereinbarungs-Boni, Überstundenvergütungen von Teilzeitkräften, die Konzernleihe sowie entschädigungsfreie Wettbewerbsverbote. Top 1 – Auskunftsverlangen nach Art. 15 DSGVO – Schadensersatzrisiko entschärft Schadensersatzforderungen des Arbeitnehmers wegen eines angeblichen Datenschutzverstoßes des Arbeitgebers waren ein beliebtes Instrument, um…

Leiharbeit: Beschränkung des Konzernprivilegs („und“ meint „oder“)

Innerhalb des Konzerns ist die Arbeitnehmerüberlassung privilegiert; das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) findet nur sehr eingeschränkt Anwendung. Seit langem steht in der Diskussion, ob diese Privilegierung wirksam und wie sie auszulegen ist. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat jedenfalls zu dem letztgenannten Punkt nunmehr Klarheit geschaffen – mit Folgen für die Praxis! Die Arbeitnehmerüberlassung innerhalb des Konzerns (sog. „Konzernleihe“) bietet flexible und v.a. wirtschaftliche Lösungen für den Personaleinsatz. Unternehmen…

Aktuelle Praxisfragen zur Höchstüberlassungsdauer bei Leiharbeitnehmern

Die Höchstüberlassungsdauer ist ein zentrales Thema beim Einsatz von Leiharbeitnehmern, das sowohl rechtliche als auch praktische Herausforderungen birgt. Dieser Beitrag beleuchtet die gesetzlichen Regelungen, praxisrelevante Fragen und aktuelle Entwicklungen zu dieser Thematik. Grundsatz Die Höchstüberlassungsdauer bezeichnet die maximale Zeitspanne, für die ein Leiharbeitnehmer bei einem Entleiher beschäftigt sein darf. Seit dem 1. April 2017 ist die Überlassung von Arbeitnehmern gem. § 1 Abs. 1b AÜG grundsätzlich nur…

Nachvertragliche Wettbewerbsverbote in der Leiharbeit (Teil 1)

Leiharbeit dient schon längst nicht mehr nur dem Ausgleich von Saisonspitzen. Viele Unternehmen nutzen die Arbeitnehmerüberlassung, um einen vorübergehenden Bedarf an hoch spezialisierten Fachkräften abzudecken – oder im Falle ausländischer Arbeitgeber ohne inländische Präsenz, um mittels eines „Employer of Record“ geeignete Ressourcen einzustellen und einzusetzen. In all diesen Fällen stellt sich die Frage, wie der Entleiher nach Abschluss der Überlassung verhindern kann, dass der Leiharbeitnehmer…

Arbeitnehmerüberlassung: Wann sind Offenlegungs- und Konkretisierungs­pflichten erfüllt?

Bei der Arbeitnehmerüberlassung gibt es eine Vielzahl von potenziellen Fallstricken, die es zu umschiffen gilt. Dass es hierbei nicht nur um eine gültige Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis, die Beachtung von Höchstüberlassungsdauer, Verbot von Kettenverleih und Equal Pay geht, zeigt eine jüngere Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts zu den Offenlegungs- und Konkretisierungspflichten. Gemäß § 1 Abs. 1 des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) haben Verleiher und Entleiher die Überlassung von Leiharbeitnehmern in ihrem Vertrag…

Auslandseinsatz von Mitarbeitern – wie gestalten und worauf achten?

In vielen internationalen Unternehmen steht er immer wieder an: der Einsatz von Mitarbeitern im Ausland. Er dient häufig dem Austausch von Know-how und der Entwicklung von Führungskräften. Aus Sicht der Mitarbeiter tun sich hierbei Karrierechancen auf. Nicht selten kann man sich in einem ausländischen Konzernunternehmen beweisen, bevor man zu höheren Weihen zurück in die Zentrale kommt. Auch zeigt man die Bereitschaft, den eigenen Horizont zu…

Weiterbildung out of the box: „Austausch“ von Arbeitnehmern zwischen Unternehmen zu Fortbildungszwecken

Das Know-how vieler Unternehmen wird wesentlich durch ihre Mitarbeiter geprägt. Dabei muss die Weiterbildung von Mitarbeitern aber nicht notwendigerweise bei klassischen Qualifizierungs- und Schulungsmodellen oder auch an Unternehmens- oder Konzerngrenzen haltmachen. Wir geben einen Überblick zu möglichen Optionen eines Einsatzes von Arbeitnehmern in fremden Unternehmen für Weiterbildungszwecke und was es dabei aus arbeitsrechtlicher Sicht zu beachten gilt. Eine Kooperation von Unternehmen zum Wissenstransfer unter Einsatz…